Nachdem unsere erste Nacht ja schon recht
kühl war, wurde sie von der zweiten noch getoppt: morgens war alles gefroren, und
wie wir später erfahren haben, hatten wir eine Tiefsttemperatur von -4 Grad. Mittlerweile
bin ich ganz froh über mein Surfen und den Tauchkurs im australischen Winter,
das hat mich vermutlich schon ziemlich abgehärtet. :-D Nach dem Frühstück haben
wir uns noch einmal eine heiße Dusche gegönnt, wer weiß, wann wir diesen Luxus das
nächste Mal haben! Als die Sonne dann erstmal richtig draußen war, wurde es dann
aber auch schnell deutlich wärmer! Jetzt sind wir unterwegs Richtung Norden,
noch über ein paar kleinere Straßen und dann geht's auf dem Stuart Highway nach
Coober Pedy und anschließend so richtig ins Red Centre. Seit wir in South
Australia sind, befinden wir uns übrigens in der Central Standard Time, und unser
Zeitunterschied nach Deutschland beträgt nur noch 7,5 Stunden. Diese Zeitzone
gilt in South Australia, dem Northern Territory und auch in Broken Hill, einem kleinen
Outbackstädtchen in New South Wales. Die Landschaft um uns herum hat sich
mittlerweile auch verändert, viele richtig grüne Wiesen, ein paar Rapsfelder,
und insgesamt wieder etwas hügeliger. Nach einem kurzen Einkaufsstop in Port Augusta
(wer weiß wann wir auf den nächsten Supermarkt treffen) ging es dann auf dem Stuart
Highway in Richtung Norden. Direkt hinter der Stadt, welche mit 15.000
Einwohnern für australische Verhältnisse schon fast als Großstadt gilt, begann
dann auch die rote Landschaft, welche man sich üblicherweise unter dem
australischen Outback vorstellt. Der Stuart Highway (benannt nach John McDouall
Stuart, welcher als erster Australien von Süden nach Norden durchquert hat) ist
auch nicht mehr, wie die Straßen vorher
von Zäunen gesäumt, so dass man alle paar Kilometer vor herumlaufenden
Rinder gewarnt wird. Wir haben allerdings nur eins tot am Rand liegen sehen. Nach
165 km erreichten wir dann Pimba, was allerdings keine Stadt war, wie wir
vorher angenommen hatten, sondern nur ein Roadhouse mit angeschlossenem Hotel
und 40 Einwohnern. Hier konnte man auch umsonst duschen, und über Nacht mit dem
Camper stehen bleiben können, aber da es
erst 15 Uhr war, sind wir nach unserer verspäteten Mittagspause weitergefahren
bis Coober Pedy. Coober Pedy gilt als "opal capital of the world", hier
wird der Großteil der weltweit vorkommenden Opale abgebaut. Insgesamt kommen
80% dieser Edelsteine aus Australien, die teuersten allerdings nicht aus Coober
Pedy, sondern aus kleineren Orten in New South Wales. Aufgrund der hohen Temperaturen
im Sommer (40-50 Grad tagsüber) leben 80% der Einwohner Häusern/Wohnungen unter
der Erde, welche in den Fels hineingegraben wurden. Dort drin herrscht ganzjährig
eine Temperatur von 20-25 Grad, man braucht weder Klimaanlage noch Heizung.
Auch unser Campingplatz, Riba's Underground Camping, hat Zimmer und Zeltplätze
unter der Erde vermietet. Wegen der Größe unseres Campers mussten wir allerdings
ganz normal auf der Wiese stehen. Dafür gab es aber eine Fernseh- und Internetraum
unter der Erde. Hier konnten wir heute auch bei angenehmen 22 Grad essen. Generell
war es aber sowieso deutlich wärmer, obwohl hier ja auch Wüstenklima mit nächtlichen
Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen sollte. Wir vermuten allerdings
eher, dass es so um die 8 Grad gewesen sein müssen. So hatten wir uns das Ganze
schon eher vorgestellt! :-) Auf dem Weg zum Campingplatz, welcher etwas
außerhalb liegt, sind wir mitten im Ort noch in eine Polizeikontrolle gekommen.
Die netten Polizisten haben uns erstmal darauf aufmerksam gemacht, dass Registratio
n-Aufkleber am Beifahrerfenster unseres Campers bereits seit Februar abgelaufen
wäre. Wir sollten doch morgen mal beim Vermieter anrufen und nachfragen, und
das Ding dann wahrscheinlich abmachen, da wir damit im Northern Territory
eventuell Probleme bekommen könnten. Na mal gucken, was dabei herauskommt! :-)
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