Montag, 11. August 2014

Day 3: Burra - Coober Pedy (741 km)



Nachdem unsere erste Nacht ja schon recht kühl war, wurde sie von der zweiten noch getoppt: morgens war alles gefroren, und wie wir später erfahren haben, hatten wir eine Tiefsttemperatur von -4 Grad. Mittlerweile bin ich ganz froh über mein Surfen und den Tauchkurs im australischen Winter, das hat mich vermutlich schon ziemlich abgehärtet. :-D Nach dem Frühstück haben wir uns noch einmal eine heiße Dusche gegönnt, wer weiß, wann wir diesen Luxus das nächste Mal haben! Als die Sonne dann erstmal richtig draußen war, wurde es dann aber auch schnell deutlich wärmer! Jetzt sind wir unterwegs Richtung Norden, noch über ein paar kleinere Straßen und dann geht's auf dem Stuart Highway nach Coober Pedy und anschließend so richtig ins Red Centre. Seit wir in South Australia sind, befinden wir uns übrigens in der Central Standard Time, und unser Zeitunterschied nach Deutschland beträgt nur noch 7,5 Stunden. Diese Zeitzone gilt in South Australia, dem Northern Territory und auch in Broken Hill, einem kleinen Outbackstädtchen in New South Wales. Die Landschaft um uns herum hat sich mittlerweile auch verändert, viele richtig grüne Wiesen, ein paar Rapsfelder, und insgesamt wieder etwas hügeliger. Nach einem kurzen Einkaufsstop in Port Augusta (wer weiß wann wir auf den nächsten Supermarkt treffen) ging es dann auf dem Stuart Highway in Richtung Norden. Direkt hinter der Stadt, welche mit 15.000 Einwohnern für australische Verhältnisse schon fast als Großstadt gilt, begann dann auch die rote Landschaft, welche man sich üblicherweise unter dem australischen Outback vorstellt. Der Stuart Highway (benannt nach John McDouall Stuart, welcher als erster Australien von Süden nach Norden durchquert hat) ist auch nicht mehr, wie die Straßen vorher  von Zäunen gesäumt, so dass man alle paar Kilometer vor herumlaufenden Rinder gewarnt wird. Wir haben allerdings nur eins tot am Rand liegen sehen. Nach 165 km erreichten wir dann Pimba, was allerdings keine Stadt war, wie wir vorher angenommen hatten, sondern nur ein Roadhouse mit angeschlossenem Hotel und 40 Einwohnern. Hier konnte man auch umsonst duschen, und über Nacht mit dem Camper stehen  bleiben können, aber da es erst 15 Uhr war, sind wir nach unserer verspäteten Mittagspause weitergefahren bis Coober Pedy. Coober Pedy gilt als "opal capital of the world", hier wird der Großteil der weltweit vorkommenden Opale abgebaut. Insgesamt kommen 80% dieser Edelsteine aus Australien, die teuersten allerdings nicht aus Coober Pedy, sondern aus kleineren Orten in New South Wales. Aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer (40-50 Grad tagsüber) leben 80% der Einwohner Häusern/Wohnungen unter der Erde, welche in den Fels hineingegraben wurden. Dort drin herrscht ganzjährig eine Temperatur von 20-25 Grad, man braucht weder Klimaanlage noch Heizung. Auch unser Campingplatz, Riba's Underground Camping, hat Zimmer und Zeltplätze unter der Erde vermietet. Wegen der Größe unseres Campers mussten wir allerdings ganz normal auf der Wiese stehen. Dafür gab es aber eine Fernseh- und Internetraum unter der Erde. Hier konnten wir heute auch bei angenehmen 22 Grad essen. Generell war es aber sowieso deutlich wärmer, obwohl hier ja auch Wüstenklima mit nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen sollte. Wir vermuten allerdings eher, dass es so um die 8 Grad gewesen sein müssen. So hatten wir uns das Ganze schon eher vorgestellt! :-) Auf dem Weg zum Campingplatz, welcher etwas außerhalb liegt, sind wir mitten im Ort noch in eine Polizeikontrolle gekommen. Die netten Polizisten haben uns erstmal darauf aufmerksam gemacht, dass Registratio n-Aufkleber am Beifahrerfenster unseres Campers bereits seit Februar abgelaufen wäre. Wir sollten doch morgen mal beim Vermieter anrufen und nachfragen, und das Ding dann wahrscheinlich abmachen, da wir damit im Northern Territory eventuell Probleme bekommen könnten. Na mal gucken, was dabei herauskommt! :-)

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