Sonntag, 23. März 2014

Umzug in mein neues Zuhause :-)

Hallo ihr alle, gleich mal das Positive vorweg, es hat geklappt mit meiner neuen Familie!! Nachdem ich den Eltern noch zwei Referenzen, mein Polizeiliches Führungszeugnis, Führerschein, etc. geschickt hab, kam noch am gleichen Abend eine E-Mail zurück, dass alles klappt und sie sich freuen, wenn ihr neues Au Pair werde. :-) Wir haben dann vereinbart, dass ich meiner "alten" Familie am Ende der Woche Bescheid sage, dass ich eher gehen möchte, um dann eine Woche später, also am 23. März, umzuziehen. So hätte die erste Familie noch genug Zeit, um eine neue Lösung zu finden, das war zumindest mein Plan. Das Gespräch mit der Mutter am Donnerstag Abend lief auch verhältnismäßig gut, klar war sie nicht unbedingt begeistert, aber sie hat nicht komisch reagiert, sondern nur gemeint, wir wären ja alle erwachsen und da könnte man über solche Dinge ja sprechen. Sie hat sich auch bedankt, dass ich nicht erst einen Tag vorher verkündet habe, dass ich gehe, und somit bin ich dann davon ausgegangen, dass alles in Ordnung geht. Tja, falsch gedacht: Am Freitag morgen bekam ich eine SMS von hier, da nun an diesem Sonntag schon ihre Tante käme um dann auf die Kinder aufzupassen, und sie dann mein Zimmer bräuchten. Allerdings ziemlich sofort, ich müsste dann bis Freitag Abend oder spätestens Samstag morgen weg sein, entweder sollte ich dann schauen, ob ich schon zu der neuen Familie kann, oder halt ins Hostel gehen. Aber gut, dass wir alle erwachsen sind... Naja, das hat mir auf jeden Fall noch einmal gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, zu wechseln! Angeblich hatte die Mutter morgens auch noch geklopft und nach mir gerufen, um mir das alles persönlich zu sagen, davon hatte ich jedoch nichts mitbekommen, obwohl ich bereits seit 7 Uhr mit Jens geskypt habe... Zum Glück konnte ich aber problemlos mit meiner neuen Gastfamilie klären, dass ich schon eine Woche eher, also gleich diesen Freitag schon komme. Ich sollte mich einfach melden wenn ich unterwegs bin, sie holen mich dann hier am Bahnhof ab (abholen hätte ewig gedauert, da sie genau am anderen Ende der Stadt wohnen), auch wenn's spät abends werden würde, wäre das kein Problem. Den Rest des Tages hab ich dann also mit Packen verbracht, und mir eine eigene Sim-Karte für's Handy besorgt, da die erste ja der alten Familie gehörte. Das lief auf jeden Fall total unproblematisch, und für den ersten Monat hab ich nun erst einmal fast alles umsonst, und kann mir danach im Internet selbst zusammenstellen, wie viele SMS, Freiminuten, Internet ich brauche. Anschließend musste ich dann noch warten, bis meine Gastmutter wieder daheim war, da sie mir noch das Geld für die vergangenen zwei Wochen mitbringen wollte, sowie 250 AUD extra, sozusagen als Abfindung, weil ich nun eher gehen musste. Klang ja zumindest erst mal nicht schlecht! Sie kam dann auch, hat mich noch gefragt, ob ich denn nun ins Hostel oder schon zu der neuen Familie gehen würde, und mir anschließend das Geld gegeben. Ich bin dann noch schnell in mein Zimmer, um die letzten Sachen zusammen zu packen, als mein Gastvater hinterherkam, und auch nochmal gefragt hat, wo ich denn nun unterkomme. Auf meine Antwort hin sagte er dann, dass die 250 Doller ja nur für den Fall gewesen wäre, dass ich ins Hostel gehe (das stand allerdings in der SMS gaaanz anders, und die Mutter wusste ja bereits, bevor sie mir das Geld gegeben hat, wo ich hingehen!?). Auf jeden Fall würden sie sich freuen, wenn ich es zurückgeben würde. Daraufhin verschwand er, kam eine Minuten später wieder, hat sich meine Reisetasche und den Schlafsack geschnappt und ist zum Auto marschiert. Ich bin dann mit dem Rest hinterher, und dann nochmal zurück, um mich von der Mutter und den Mädels zu verabschieden, was aber kaum möglich war. Die Mutter hat gerade das Baby gestillt (Bye, see you later! - Ähm, ich denke eher nicht... !?), Asta lag schlafend auf dem Sofa, also konnte ich nur Chiara noch Goodbye sagen. Die war dafür total süß, ich hab von ihr noch zwei Pakete TimTams (seeehr leckere australische Schokokekse, gibt es in ganz vielen verschiedenen Sorten) und eine Karte mit selbst gemalten Marienkäfern und den Namen der Kids bekommen. Hab mich voll gefreut, aber das Ganze nicht wirklich verstanden, erst der sofortige Rausschmiss, dann noch ein Abschiedsgeschenk, um dass sich eine Vierjährige mit Sicherheit nicht allein gekümmert hat?? Naja, wie auch immer... Der Weg zum Bahnhof war dann kurz und gesprächslos, der Vater hat mir noch beim Ausladen geholfen, alles auf dem Gehweg gestellt, mir die Hand gegeben, "Bye, have fun", und weg war er. Dabei war er allerdings so schnell, dass ich nicht einmal mehr die Chance gehabt hätte, ihm die 250 Doller wiederzugeben... Aaaber ab da wurde der Tag dann schön! Erst hat mir ein netter Australier geholfen, die schwere Reisetasche bis zum Gleis zu tragen, und dann noch eine spontane Breakdance-Einlage auf dem Bahnsteig gestartet, nachdem ich auf seine Frage, welchen Sport ich denn mache, mit "Rock'n'Roll tanzen" geantwortet habe. Am Ticketautomat hat sich dann noch ein etwas älterer Mann vorgedrängelt, aber sich gleich entschuldigt, als er's gemerkt hat, und erzählt, er wäre der Fahrer von Bruno Mars (der war zu dem Zeitpunkt zwar tatsächlich in Sydney, aber ob's stimmt - keine Ahnung :-) ) Mein Tragehelfer hat dann bis zur Central Station noch das ganze Zugabteil unterhalten, was echt lustig war! Dort musste ich dann umsteigen und hatte noch ca. 25 Minuten weitere Fahrt vor mir. Dabei bin ich dann das erste Mal mit dem Zug über die Harbour Bridge gefahren, von wo aus ich nicht nur das Operhaus, sondern an dem Tag auch die Queen Mary 2 sehen konnte, die wirklich noch einmal ein ganzes Stück größer war, als die Kreuzfahrtschiffe, die ich in Sydney sonst bisher gesehen hatte. In Lindfield, der meinem neuen Zuhause nächstgelegenen Bahnstation, wurde ich dann von Marina abgeholt, und anschließend gab es gemeinsam mit der Familie Dinner, was in meiner ersten Familie ja auch selten vorkam, dass abends alle gemeinsam gegessen haben. Zum Abschluss des Tages haben wir noch alle zusammen gemütlich einen Film geguckt, noch etwas, was ich bisher hier noch nicht erlebt hatte... ;-) So kam der Start in meiner neuen Familie also eine gute Woche früher als geplant, aber im Prinzip bin ich da eigentlich gar nicht böse drum, auch wenn alles sehr spontan war! :-)

So sieht es hier übrigens aus:
Der Garten



Der Blick vom Pool aus
Das Haus vom Garten aus

Das Home-Fitnessstudio :-)
 

Dienstag, 18. März 2014

Familien-Kennenlernen und "The Spit Bridge to Manly Walk"

Am Samstag war's dann soweit und ich konnte Marina's Familie, bzw. einen Teil davon kennenlernen, Janet, die Mutter, und Douglas, den kleineren der beiden Jungs. Ross, dem größeren, ging's nicht so gut, darum ist er zuhause geblieben, und David, der Vater ist gerade beruflich drei Wochen in Afrika. Nachdem ich morgens schon früh wach war, aber noch nichts erfahren hatte, wann und wo wir uns treffen wollten, bin ich erstmal zur Ablenkung vomWarten eine Runde ins Gym gegangen, und hab festgestellt, dass da tatsächlich hin und wieder auch Frauen trainieren! Bisher war ich meistens abends spät da, wenn sowieso kaum noch was los war, und wenn, dann waren sonst noch nur Männer dort. Danach hatte ich dann auch schon eine E-Mail, dass wir uns 1,5 Stunden später in Redfern, einem dicht bei mir gelegenen Stadtteil auf dem Markt treffen wollten. Wurde dann also ein bissl stressig, aber ich hab's pünktlich geschafft. Der Markt war in einer halboffenen Halle, und es gab diverse Stände mit Essen und Lebensmitteln, insgesamt eher ein Farmer's Market, aber schön. Leckeren australischen Honig durften wir auch probieren. :-) Im Anschluss sind wir noch zusammen (Marina war auch dabei) Lunch essen gegangen, und ich war begeistert vom Kennenlernen, Janet und Douglas waren echt sympatisch. Janet wollte mir dann später nochmal eine Mail mit einem typischen Wochenarbeitsplan schicken, und uns dann im Laufe der kommenden Woche entscheiden. Am Nachmittag war ich dann noch mit Marina in der Stadt unterwegs, sie hat mir einen ihrer Lieblingsplätze gezeigt, von wo man toll die Skyline, das Opera House und die Harbour Bridge sehen konnte, den Mrs. Macquarie's Chair.
Da das Wetter so schön war, sind wir dann noch einmal bis zur Hälfte über die Harbour Bridge gelaufen, so dass ich von dort auch mal Bilder mit blauen Himmel machen konnte. Irgendwie sehen die meisten sich zwar eh immer sehr ähnlich, aber ich muss trotzdem jedes Mal wieder welche machen, wenn ich dort bin. :-)


Abends haben wir uns dann das wöchentliche Feuerwerk im Darling Harbour angeguckt, dass wirklich immer anders, aber jedes Mal total schön ist. Leider kann meine Kamera davon nicht wirklich schöne Fotos machen, darum kann ich euch das leider nicht zeigen...

Am Sonntag haben wir dann zu viert (Marina, ihre Freundin Lisa, die gerade aus Neuseeland angekommen ist, und nun noch 10 Wochen in Sydney bleibt, Sonja (Freundin von Lisa) und ich) den Spit to Manly Beach Walk gemacht, eine sehr schöne ca. 10 km lange Wanderung. Grundsätzlich ist das Ganze eher in geschlossenen Schuhen zu emfehlen, aber da zwischendurch so viele schöne Strände kommen, wo man baden gehen, oder zumindest mit den Füßen mal durch's Wasser laufen kann, so dass wir uns tapfer in Flip Flops durchgeschlagen haben. Unterwegs hatten wir immer wieder tolle Blicke auf die Stadt bzw. auf Manly, unser Tagesziel.



Unterwegs haben wir auch ein paar Eidechsen und sogar einen Pelikan gesehen. Ab Juni soll's in Manly auch Pinguine geben, da muss ich dann auf jeden Fall auch noch mal hin!!! :-)



In Manly angekommen ging's dann noch an den Strand und eine Runde baden. Da es dann schon später Nachmittag war, wurde es irgendwann aber ziemlich kühl und windig. Zum Abschluss haben wir noch eine Pizzeria mit Happy Hour - Pizza zum halben Preis (10AUD) - gefunden, und nach einem Frozen Yogurt ging's dann im Dunkeln mit der Fähre in die Stadt zurück. Unterwegs konnten wir sogar Fledermäuse sehen. Da meine Kamera aber mit Dunkelheit eh Probleme hat, hab ich auch hier gar nicht erst versucht, Fotos zu machen...
Insgesamt hatte ich ein suuuper schönes Wochenende, hab viel gesehen und bin nun total gespannt, ob's mit der neuen Familie klappt!! :-)

Liebe Grüße ins auch gar nicht mehr so kalte Deutschland!

Vielleicht eine neue Familie und eeendlich australischer Strand - Bondi Beach!!

So, da bin ich auch endlich mal wieder!! Mittlerweile ist ja ein bisschen Zeit ins Land gegangen, aber ich werd trotzdem mal von hinten anfangen aufzuholen, auch wenn einige von euch ja schon die neuesten Neuigkeiten wissen! :-) 
Meine Woche war mal wieder ziemlich lang und langweilig, außer ein bis zwei Mal am Tag zum Spielplatz laufen, und zwei Tage im Büro hocken und ein bisschen mit Emilia spazieren gehen, ist nicht so viel passiert. Ich hatte dann auch mal ein Gespräch mit meiner Gastmutter, um mal nachzufragen, ob sie mit dem, was ich mache zufrieden sind, und um mal nachzufragen, ob ich nicht mit den beiden großen Mädels auch mal mit dem Bus oder Zug irgendwohin fahren könnte, da ich auch schon einige andere Au Pairs kennengelernt habe, die Kinder im ähnlichen Alter haben, so dass man sich auch mal treffen könnte. Außerdem darf ich ja auch immer noch kein Auto fahren, obwohl meine Familie mir vorher in den E-Mails ja geschrieben hat, dass das gar kein Problem ist, wenn ich mal mit den Eltern gefahren bin und unter Beweis gestellt habe, dass ich auch links fahren kann. Momentan ist es nämlich leider so, dass die beiden Mädels entweder ständig Tanzen, Schwimmen etc. verpassen, weil ich nicht fahren soll, oder aber irgendjemand vom anderen Ende der Stadt kommen muss, um uns alle abzuholen und durch die Gegend kutschiert. Langsam fühl ich mich dabei ein wenig überflüssig. Viel herausgekommen ist bei dem Gespräch erstmal nicht, außer, dass von Seiten der Familie alles passt. Über das Autofahren und Bus oder Zug fahren müssten sich die Eltern nochmal unterhalten und wollten mir dann Bescheid geben. Zwei Tage später war dann jedenfalls der Stand, dass ich zwar allein das Auto benutzen könnte, aber nicht mit den Kindern zusammen, da die Babysitterin irgendwann mal einen Unfall hatte (die darf allerdings nach wie vor noch fahren), und sie nicht wollen, dass das noch einmal passieren könnte... Im Laufe des Tages, als ich wieder neebn dem schlafenden Baby Blogs von andern Au Pairs gelesen hab, hab ich beschlossen, mich doch mal umzugucken, ob ich vielleicht eine andere Familie finde, denn auf Dauer ist es nicht so toll, immer die Berichte von anderen zu lesen und zu denken, super, so hätte ich das jetzt auch gern... Aber da gibt es ja zum Glück Facebook und einen Haufen "Au Pair in Sydney"- Gruppen, wo viele Familien ein neues Au Pair suchen. Zufällig bin ich dort lustigerweise auf den Eintrag einer anderen Marina gestoßen, die eine Nachfolgerin für sich gesucht hat. :-) Da ich ja sowieso viel Zeit hatte, hab ich sie gleich mal angeschrieben, und die Familie und die Aufgaben klangen echt super. Zwei Jungs, 9 und 13 Jahre alt, die auch vom Au Pair zur Schule und zum Sport gefahren werden dürfen, zwei Katzen und ein Labrador-Golden Retriever-Mischling. Die Familie wohnt in Killara, also in einem nördliche Stadtteil von Sydney (bisher war ich im Westen), mit dem Zug ca. 25 Minuten von der Stadt entfernt, und total schön im Grünen. Hab dann also gleich mal eine Mail an die Eltern geschrieben, und hatte abends schon eine Antwort. Am Samstag wollten wir uns mal zum Kennenlernen treffen. Am Freitag davor hab ich mich schon mal mit Marina getroffen, damit sie mir aus Au Pair-Sicht ein bissl was über die Familie erzählen konnte. Wir sind dann zusammen zum Bondi Beach gefahren, dem berühmtesten Strand in Sydney. Leider auch, vor allem am Wochenende, total überfüllt. Freitag Mittag ging's aber so gar noch einigermaßen. Und hier ist er:



Die meisten, mit denen ich mich vorher unterhalten hab, meinten eher, dass der Bondi Beach zwar der bekannteste sei, aber dass viele andere gäbe, die deutlich schöner sein sollten. Ich war trotzdem begeistert, immerhin war's mein erster Strandbesuch seit ich in Australien bin, und gesehen haben muss man das ja eh mal, wenn man ein halbes Jahr hier ist. ;-) Von der Stadt aus fährt man nochmal ca. 30 Minuten dorthin, ganz am Ende geht's um die Kurve und auf einmal sieht man den Pazifischen Ozean und den Strand, Urlaubsfeeling pur, auch wenn man eigentlich fast mitten in der Stadt ist! Ganz lustig finde ich auch die grünen Wiesen direkt hinter dem Strand, und auch weiter oben, aber noch ziemlich in Strandnähe, das ist man sonst ja auch nicht unbedingt gewohnt. Und, wie fast überall in Sydney, gibt es auch hier Internet:
Das ist auch überhaupt nicht mit Deutschland zu vergleichen, wo es vielleicht gerade mal bei McDonald's WLan umsonst gibt; hier gibt's das an jeder Ecke. Baden waren wir auch, und der Pazifik ist schon verdammt kalt, wenn man das mal mit dem Mittelmeer oder so vergleicht. Aber bei ca. 30° Grad ist man dann auch schnell wieder aufgewärmt. :-) Wir hatten auf jeden Fall einen richtig schönen Strandtag, und was ich bisher von Marina's Familie gehört hatte, klang super, ich war also richtig gespannt auf Samstag!
 

Montag, 10. März 2014

Mardi Gras Parade und mal wieder kein Strand



Hallooo nach Deutschland!

Am letzten Samstag (01.03.2014)  hat in Sydney  Mardi Gras Parade, die weltweit größte Homosexuellen-Parade. Mardi Gras an sich ist ein dreiwöchiges Schwulen- und Lesbenfestival in Sydney, mit ganz vielen verschiedenen Veranstaltungen. Die Parade bildet den Abschluss, mit ca. 9000 Teilnehmern und 300.000 Zuschauern. Das Ganze ging im 18.30 Uhr los, und sollte ca. 3-4 Stunden dauern. Normalerweise muss man da schon am frühen Nachmittag da sein, um ein Plätzchen zu finden, von wo aus man auch noch etwas sehen kann, aaaber in meinem Fall war das anders. Ich hatte das Glück, die Parade vom Apartment von Amys Gastfamilie angucken zu können, welche direkt an der Oxford Street wohnt, wo die Parade beginnen sollte. Sie durfte 5 Leute einladen, von ihren Gasteltern waren auch bestimmt noch 10 Freunde da, so dass die Wohnung gut voll war. Amy hat uns vorher noch darauf hingewiesen, dass wir unbedingt einen Ausweis mitnehmen sollten, woraufhin ich dachte, dass ihre Gastfamilie da so übervorsichtig ist, und ganz genau wissen will, wer da in der Wohnung ist, doch da lag ich etwas falsch. Den Ausweis brauchte man, um überhaupt in das Haus zu kommen. Dort war nämlich extra Security engagiert worden, und nur wer auf der Liste stand, durfte überhaupt ins Haus.  Dazu muss man sagen, dass das Haus ca. 20 Etagen hat, mit jeweils 20-25 Wohnungen pro Stockwerk. Außerdem gibt’s für alle Mieter ein Fitnessstudio und einen Pool (Outdoor) im dritten Stock, welche beide kostenlos von Ihnen benutzt werden dürfen. Amys Familie wohnt im vierten Stock, so dass wir einen perfekten Blick hatten, hoch genug, damit niemand mehr im Weg steht, aber noch nicht so weit weg, dass man nichts mehr erkennen kann. Der Ausblick von dort war einmalig: die komplette Wohnzimmerfront ist nach außen verglast, und an der Spitze liegt ein dreieckiger Balkon, welcher genau Richtung Straße zeigt.




Wir hatten dann so geplant, dass einfach jeder etwas zu essen und zu trinken mitbringt, und wir das dann teilen, doch zumindest was die Getränke angeht, wäre das nicht nötig gewesen. Amys Gastfamilie kommt nämlich aus Italien und daher wurden wir den ganzen Abend mit italienischem Wein versorgt. :-) Meine selbstgemachten überbackenen Pizzabaguettes sind übrigens auch gut angekommen, auch wenn mein Gastvater sich das morgens nicht vorstellen konnte: „That's an interesting combination that you put on the bread!“ 


Die Parade selbst war dann auch echt sehenswert. Dort laufen auch noch ganz viele andere Gruppen mit, sogar Polizei, Navy, Life Saver (jeweils mit Fahnen der zugehörigen Strände)… Leider sind meine Fotos im Dunkeln nicht so gut geworden, aber einen kleinen Eindruck kriegt ihr hier vielleicht trotzdem.









Für Sonntag hatte ich dann eeendlich meinen ersten Strandbesuch geplant, doch der ist mal wieder buchstäblich ins Wasser gefallen. Als ich gegen 14 Uhr in der Stadt ankam um mich dort mit Lea zu treffen, fing es wie aus Kübeln an zu regnen, so dass an Strand und baden nicht mehr zu denken war. Wir haben dann stattdessen zu einer kleinen Shoppingtour umdisponiert, welche auch wirklich erfolgreich war! Weniger glücklich waren meine FlipFlops mit der aktuellen Wetterlage, durch die Nässe waren die Steine dermaßen glatt, dass ich mich nicht nur einmal fast hingelegt hätte. Aber schlussendlich bin ich abends heil wieder angekommen. Was ich an diesem Tag auch noch neu entdeckt habe, sind die „Emperor's Puffs“. Das sind kleine Teigbällchen mit einer heißen Vanillefüllung, Die gibt es in einem winzigen Lädchen in Chinatown, hergestellt mit einer total niedlichen Maschine, die aussieht, als wäre sie von 1900 oder so. Fotos durfte man dort allerdings leider nicht machen... Auf jeden Fall schmecken diese Bällchen suuuper gut, und sind außerdem mit 1 AUD für vier Stück auch richtig günstig. Ich denke, da werd ich öfter noch mal vorbeigehen! :-)





Montag, 3. März 2014

Blue Mountains und eine eher unspektakuläre Woche



Wahnsinn, nun ist schon wieder eine Woche um, und ich bin schon seit fast einem Monat in Down Under! Wieder eine Woche, die so voll gestopft war, dass ich mal wieder nicht dazu gekommen bin, mich zu melden…

Fangen wir mal mit dem Sonntag an! Um kurz vor 7 Uhr morgens ging es bei über 20°C mit dem Zug nach Katoomba, einer Stadt in den Blue Mountains, ca. 120 km entfernt. 

Dort angekommen herrschten gerade mal 10°C, dichter Nebel und Nieselregen. Ich hab mich dort mit zwei weiteren Au Pairs getroffen, Greta aus Italien und Kathleen aus den USA. Zusammen haben wir dann beschlossen, uns den überteuerten Hop On – Hop Off-Explorerbus zu schenken und sind stattdessen zu Fuß in Richtung des Echo Point gestartet, dem Aussichtspunkt, von welchem man den besten Blick auf die Three Sister, drei bekannte Felsen haben sollten. 


 Woher der Name der Blue Mountains kommt, kann man auf dem Foto oben auch ein wenig erkennen, durch die Eukalyptusbäume liegt immer ein leichter blauer Film über den Tälern. 


Um die Geschichte der Three Sisters gibt es (wie für so einiges hier in Australien) zwei Dreamtime-Stories, welche beschreiben, wie diese entstanden sein sollen.

"The Aboriginal dream-time legend has it that three sisters, 'Meehni', 'Wimlah' and Gunnedoo' lived in the Jamison Valley as members of the Katoomba tribe.
These beautiful young ladies had fallen in love with three brothers from the Nepean tribe, yet tribal law forbade them to marry. The brothers were not happy to accept this law and so decided to use force to capture the three sisters causing a major tribal battle.

As the lifes of the three sisters were seriously in danger, a witchdoctor from the Katoomba tribe took it upon himself to turn the three sisters into stone to protect them from any harm.
While he had intended to reverse the spell when the battle was over, the witchdoctor himself was killed. As only he could reverse the spell to return the ladies to their former beauty, the sisters remain in their magnificent rock formation as a reminder of this battle for generations to come."

Und Version Nummer 2:

"Three sisters, Meenhi, Wimlah and Gunnedoo had a father who was a witch doctor. His name was Tyawan. Long ago there was a Bunyip who lived in a deep hole who was feared by all. Passing the hole was considered very dangerous, therefore whenever Tyawan had to pass the hole in search for food, he would leave his daughters safely on the cliff behind a rocky wall. One fateful day, Tyawan waved goodbye to his daughters and descended down the cliff steps into the valley. Meanwhile at the top of the cliff, Meenhi was frightened by a large centipede which suddenly appeared before her. Meenhi took a stone and threw it at the centipede. The stone continued on its journey and rolled over the cliff, crashing into the valley below which angered the Bunyip. The rocky wall behind Meenhi, Wimlah and Gunnedoo then  began to split open and the three sisters were left stranded on a thin ledge at the top of the cliff. All the birds, animals and fairies stopped still as the Bunyip emerged to see the terrified girls. As the Bunyip began to approach the girls, to protect them from harm, their father Tyawan used his magic bone to turn them into stone. Angered by this, the Bunyip then began to chase Tyawan. Becoming trapped, in order to flee from the Bunyip, Tyawan changed into a magnificent Lyre Bird, yet in the process dropped his magic bone. Tyawan and his three daughters were now safe from the Bunyip. Once the Bunyip had disappeared, Tyawan returned in search of his magic bone, yet this was never to be found.
The Lyre Bird has been searching for this magic bone ever since. Remaining in rock formation, The Three Sisters stand silently overlooking the valley hoping that one day he'll find the bone and turn them back to former selves. When visiting The Three Sisters, if you listen carefully you may be able to hear the Lyre Bird, Tyawan, as he continues his quest for his lost magic bone."

(Zu finden auf der offiziellen Homepage der Blue Mountains:
http://www.bluemts.com.au/info/thingstodo/threesisters/)

Als wir nun an dem Aussichtspunkt ankamen, sahen wir allerdings: Nichts. Außer einer weißen Wand.
 


Also ging’s erstmal in das Visitor’s Center, in welchem wir uns erkundigen wollten, was man denn nun so genau dort unternehmen kann. Besonders ergiebig war das allerdings auch nicht, immerhin haben wir aber eine kostenlose Karte der Gegend bekommen. Anschließend konnte man schon sehen, dass der Nebel ganz langsam verschwinden würde, und wir haben uns auf den Wanderweg in Richtung der Three Sisters begeben. Nach ungefähr 10 Minuten hatten wir diese erreicht, und siehe da, der Nebel war weg! Guter Zeitpunkt also für die ersten Fotos! Anschließen stand der Giant Stairway an, 912 sehr steile Stufen hinunter in den Regenwald. 



Da das Wetter sich immer mehr besserte, konnten wir die tollen Ausblicke von dort auch richtig genießen. Unten angekommen ging es ein paar Kilometer durch den Wald, bis wir „Scenic World“ erreichten, drei verschiedene Arten von Gondeln/Zügen, die einen wieder nach oben bringen sollten. Alternativ gab es auch noch einen Fußweg zurück, direkt neben dem Katoomba Fall nach oben, von dem ich meine Mitstreiterinnen allerdings nicht begeistern konnte.


Also sind wir mit der Gondel nach oben, was sich dann auch nicht als die allerschlechteste Wahl herausstellte, da wir von da aus einen super Ausblicke hatten, und uns für den Rest des Tages noch so einiges an Weg bevorstand. Zuerst noch mal eine Stunde zurück zum Echo Point, von wo aus wir nun die Three Sisters aus der Ferne bewundern konnten. Da es nun erst 14.30 Uhr war, beschlossen wir, uns nicht auf den direkten Rückweg zum Bahnhof zu machen, sondern den Waldwanderweg Richtung Leura, einem kleinen Örtchen in der Nähe. Auch dieser war ganz schön, wobei die Ausblicke nicht mehr so ganz neu waren. Um 16 Uhr waren wir dann ziemlich platt zurück am Bahnhof um den Rückweg nach Sydney anzutreten. Die Zugfahrt war echt total schön, da man auch da viel von der Landschaft sehen konnte, und ich mal eine andere Seite von Australien kennengelernt habe, nachdem ich ja bisher nur Sydney kannte. So können die Wochenenden auf jeden Fall weitergehen!
Die erste der "Three Sisters"

Katoomba Fall





Die dann anstehende Woche war eher unspektakulär, ich war drei Tage mit den beiden großen Mädels zuhause und wir durften das Haus nicht verlassen, da das Wetter zu schlecht war (zwar keine Sonne, aber trocken und über 20°C ??), und außerdem irgendwer mal niesen musste, und es dann besser wäre, wenn sie nicht nach draußen gehen… Super abwechslungsreich also, 12 Stunden zwei kleine Kinder drinnen bespaßen ist nicht wirklich so spannend… Außerdem waren abwechselnd noch beide Eltern krank, so dass ich verdammt lange Tage hatte. Vom Geldverdienen her zwar nicht schlecht, aber insgesamt könnte man das für alle interessanter gestalten, wenn man auch mal was unternehmen dürfte mit den Kids. Aber das wird sich hoffentlich auch noch klären lassen! Den einen Tag, an dem ich nur Emilia hatte, hab ich dann erstmal genutzt, um eine Tasche zu kaufen, sowie ein Mikrophon, um die Sprachqualität beim Skypen etwas zu verbessern. ;-) Abends waren wir zum Dinner bei den Großeltern, wo ich dann noch mein erstes richtiges australisches Gewitter erlebt habe, was schon irgendwie beeindruckend war!




Am Freitag hatte ich dann ja schon Wochenende und hab die Zeit genutzt, mit Amy, einem holländischen Au Pair, das erste Mal zu Fuß über die Harbour Bridge zu laufen. Das Wetter war zwar (wie hier meistens an den Wochenenden) nicht der Hammer, aber immerhin trocken. In der Sonne sieht das Ganze natürlich trotzdem noch viel schöner aus :-) :
 
Was ein Zimmer in diesem Hotel kostet, weiß ich leider nicht - die kleinstmögliche 1-Zimmer-Whg. auf der der Oper gegenüberliegenden Hafenseite ist übrigens für spottbillige 5 Mio AUD zu haben, falls jemand Interesse hat :-)




Im Anschluss sind wir eine kurze Runde durch den Luna Park gelaufen, einen doch eher winzigen, aber kostenlosen Freizeitpark direkt am Hafen. Also die Fahrgeschäfte kosten natürlich schon was, aber rumlaufen kann man da umsonst. ;-) Am Abend war ich noch mit einer Neuseeländerin und einer Deutschen, die auch ziemlich in meiner Ecke wohnen, was trinken. War aber insgesamt eher unspektakulär. Wir werden aber, zumindest falls meine Family das gestattet, uns mal tagsüber mit den Kids am Spielplatz oder so treffen. Dann hat man zwischendurch auch mal wen zum reden. :-)



Mülleimer im Luna Park :-)



Bis zum Bericht über das letzte Wochenende wird's dann hoffentlich nicht so lange dauern, wie dieses Mal! :-)