Dienstag
– mein zweiter Arbeitstag – begann damit, dass ich mit Emilia (die ganz kleine)
und Chiara (die älteste) allein war, Asta hatte einen Arzttermin. Das ganze
sollte eigentlich nur maximal 1,5 Stunden dauern, im Endeffekt waren’s dann 3.
Aber ich denke, an die ungenauen Zeitangaben hier werde ich mich noch gewöhnen
müssen, auf alle Zeiten die mir gesagt werden, sollte man mal mindestens eine
halbe Stunde, besser eine ganze draufrechnen, dann kommt man vielleicht
ansatzweise hin. :-) Als Asta und die Mum zurück waren, gab es Lunch
und danach ging’s in die Preschool. Asta ist im Auto dorthin gleich
eingeschlafen (sie hatte irgendeinen Test bei dem Arzttermin, bei dem sie
schlafen musste, und ist daher die Nacht vorher wach gehalten worden um müde
genug zu sein – hat allerdings nicht geklappt, da war sie noch hellwach!),
dementsprechend war sie auch richtig begeistert als sie dann wieder geweckt
wurde und aussteigen sollte. Ich bin dann im Anschluss mit Emilia zur Bank
gelaufen um ein Konto zu eröffnen. Musste dann allerdings gleich noch mal
umdrehen um im Büro der Mum die E-Mail mit meinem Visum auszudrucken, da das
scheinbar dafür auch benötigt wird (war bei meinen Vorgänger-Au Pairs wohl noch
nicht so). Dann also ein zweites Mal los, wieder nicht erfolgreich, da entgegen
vorheriger Auskunft mein Perso nicht ausgereicht hat, sondern sie den Reisepass
haben wollten, der zuhause im Schrank lag… Irgendwie wollen die Banken grad
alle nicht so wie ich. Also wird der nächste Versuch dann am Mittwoch
gestartet. Der Rest des Tages war dann ganz entspannt, bin mit Emilia im Park
spazieren gegangen und hab in der Sonne gesessen und gelesen. Parramatta, der
Stadtteil in dem das Büro der Mum liegt ist überhaupt sehr schön, viel grün,
viele Parks (liegt ziemlich weit außen am Rand der Stadt), ich denke da werde
die zwei Tage in der Woche die ich mit dort bin, gut rumbringen!
Abends
hab ich dann die beiden großen das erste Mal allein aus der Preschool abgeholt,
bevor es dann auf nach Hause ging. Mit der Preschool ist das hier ganz locker,
die Kinder können zwischen 7.30 und 18 Uhr gebracht und abgeholt werden, wie es
grad reinpasst. Bei uns war’s dann 17.30 als wir dort losgefahren sind, nach
Hause haben wir dann aber fast eine Stunde gebraucht, obwohl wir eigentlich entgegen
dem normalen Berufsverkehr fahren (morgens raus aus der Stadt, abends wieder
rein). Aber da auch der Rückweg noch zu meiner Arbeitszeit zählt, ist es dann
so schlimm auch nicht, ob es dann eine Viertelstunde länger oder kürzer dauert.
;-)
Mittwoch
startete dann statt geplant um 7.30 mal wieder deutlich später, mit Zeitplanung
hat meine Family das irgendwie nicht so. Irgendwie logisch, dass es schwer
machbar ist, um halb acht loszukommen, wenn man um 7.20 noch duschen, sich
anziehen, schminken und nebenbei ein Baby stillen muss, aber das ist glaub ich
noch nicht allen hier so ganz klar. Nachdem die großen dann in der Preschool
war, bin ich mit Baby ins Westfield Shopping Center gegangen um irgendetwas für
die Family bei der Versicherung dort abzugeben, und gleichzeitig ein bisschen
zu bummeln. Das Center ist wirklich riiiesig! Überhaupt nicht vergleichbar mit
dem Westpark in Ingolstadt, oder der Stadtgalerie in Hameln… Und das ist noch
„klein“, es gibt in der Stadt ein weiteres Westfield Center, das noch mal
deutlich größer ist. Flip Flops kann mir hier übrigens am Automaten kaufen:
Auf
dem Rückweg startete dann der nächste Versuch bei der Bank – wieder
fehlgeschlagen. Angeblich muss mein Reisepass mit dem Visum erst irgendwo zu
Überprüfung hingemailt werden, wo dann entschieden wird, ob ich ein Konto
eröffnen darf oder nicht. Das andere Au Pair hat allerdings bei derselben Bank
ein Konto, bei ihr ging das alles problemlos beim ersten Mal, innerhalb von ein
paar Tagen hatte sie ihre Karte und die Pin. Na mal schauen, falls das mit der
Überprüfung bis nächsten Dienstag klappt, kann ich das Kapitel dann vielleicht
mal abhaken! Nach der anschließenden Fütterpause im Büro ging’s dann weiter in
das Büro der Oma, wo Emilia und ich dann den Rest des Tages verbracht haben.
Sie hat mir erzählt, dass sie kurz bevor ich da war, eine etwa 15 cm große
Spinne dort hatte, beharrt und mit großen Augen. Sie hat daraufhin das Büro
erstmal abgeschlossen und hat von zuhause ihr Spinnen- und Insektenspray
geholt. Den kompletten Inhalt hat sie dann auf das Viech gesprüht, das
mittlerweile nicht mehr an der Wand, sondern auf dem Boden saß. Da das Spray
nicht sofort gewirkt hat, hat sie einen vollen 10l-Farbeimer draufgestellt,
damit sie nicht abhauen kann. Und ich dachte immer, die Australier wären so was
gewöhnt und lassen sich von Spinnen oder ähnlichem Getier nicht schocken, aber
das trifft wohl auch nicht auf alle zu. :-) Etwas später kam
dann ein Bekannter von ihr vorbei, der dann mit der Aufgabe betraut wurde, das
Tier zu erledigen, was aber nach dem Farbeimer nicht mehr nötig war. ;-) Ich
hab die Spinne nicht mehr gesehen, aber böse bin ich darum auch nicht. Das wird
mir wahrscheinlich noch früh genug passieren. Es war übrigens eine
Huntsmanspider, ungefährlich, aber groß und hässlich, wer mag, kann sie ja mal
googlen! Abends zum Dinner hatten wir dann eine Premiere, zum ersten Mal seit
ich hier bin blieb der überdimensionale Weber-Grill kalt, und es gab Spaghetti
Aglio Olio. Bisher gab es ansonsten einmal Schnitzel, und sonst Rinder-, Lamm-,
Chicken- oder Schweinesteaks mit Salat. Ist ja mal ganz schön, aber so jeden
Abend muss ich das dann auch nicht haben. J Zum Abschluss des
Tages hab ich dann die Gym-Karte der Mum bekommen und hab das Studio mal
ausprobiert. Das ist 24/7 geöffnet, und man kommt mit der Karte immer rein, und
sie meint, dass es niemandem auffällt, wenn ich die mitbenutze, sie geht
sowieso in ein anderes in einem anderen Stadtteil, und bekommt mit der Zeit
noch Rabatt, wenn sie (also ich :-) ) öfter hingeht!
Sehr praktisch also für mich, und wieder Geld gespart! Dort gibt es an Geräten
und Freihanteln so ziemlich alles, was wir zuhause auch haben, nur keine
wirklichen Kurse. Dort hängt allerdings ein großer Fernseher, über den man dann
virtuelle Spinningstunden o.Ä. machen kann, aber ich denke das werd ich mir
nicht antun, sondern dann lieber laufen gehen.
Den Donnerstag hab ich dann mit Asta und Chiara
in dem Büro der Oma verbracht (die diesmal zwar nicht dort war, sondern eine
andere mit der Familie befreundete Mitarbeiterin), da die beiden nachmittags
noch Tanzen hatten und das dort in der Nähe stattfand. Frühstück gab es für sie
dann erst dort, das ist hier in der Familie so üblich, dass die schlafenden
Kinder ins Auto gehockt werden und dann dort umgezogen werden, wenn sie
ankommen. Nach der ersten Spielrunde dort ging’s dann mit den beiden in dem
Pram (so ein Zwischending zwischen Kinderwagen und Buggy) auf den Spielplatz.
Vorher wurde noch der Kampf gegen Sonnenhut und Sonnencreme ausgetragen, dann
konnte es losgehen. Der Weg dorthin war noch easy, es ging nur bergab, aber der
Rückweg mit den beiden gar nicht mehr sooo kleinen Kindern drin war dann schon
nicht zu unterschätzen. Zurück im Büro gab’s dann Sandwich als Lunch und weiter
ging’s mit spielen und malen. Asta schläft normalerweise mittags mindestens
eine Stunde, aber das war dort nicht wirklich möglich.
Chiara
hatte dann einen 1,5-2-stündigen Schreianfall und hatte irgendein Problem mit
ihrem Fuß, wollte den aber niemandem zeigen. Außerdem hat sie sich am ganzen
Körper gekratzt, irgendwann haben wir dann in der Kindertasche eine kühlende
Creme gefunden, damit wurde es dann etwas besser. Um kurz vor drei wurden wir
dann von Alex, der ehemaligen Babysitterin der beiden, abgeholt und es sollte
zum Tanzen gehen. Die immer noch jammernde Chiara wollte sich allerdings weder
umziehen, noch überhaupt tanzen. Also dann ohne umziehen ins Auto, und nachdem
wir drei Minuten unterwegs waren, haben beide tief und fest geschlafen. Und
zwar so fest, dass sie sich als wir angekommen waren durch nichts in der Welt
aufwecken ließen. Ausgesehen hat das so:
Ich
bezweifle, dass das bequem ist, aber nun ja. :-) Baby Emilia schlief zu dem Zeitpunkt übrigens in der gleichen
Position, der der Sitz andersrum steht, hat sie leider nicht mit auf das Bild
gepasst. Den Dornröschenschlaf konnten wir dann nutzen, um mal Chiaras Fuß
anzugucken, in dem ein ziemlich großer Stachel steckte, den wir dann aber in
Ruhe entfernen konnten. Tanzen ist dann folglich ausgefallen, und wir sind zu
Alex nach Hause gefahren, um dort auf die Mum zu warten die uns nach Feierabend
abholen sollte. Aus 17 Uhr wurde 18:15, und dann musste erst Emilia gefüttert
werden, da die Milch, die wir für den Tag dabei hatten, mittlerweile alle war.
Daheim waren wir dann gegen 19.30, was ich für die Mädels schon einen ziemlich
langen Tag finde. Auf dem Heimweg hab ich dann herausgefunden, dass Chiara so ziemlich gegen alles eine Allergie hat, u.A. gegen Sand, danach war mir auch klar, was nachmittags los war... Wäre nur ganz praktisch, wenn man sowas vorher wüsste! Ganz schlimm ist es wohl mit Nüssen und Eiern - Nüsse kann sie nicht mal berühren ohne Hautausschlag zu bekommen... Naja, nun weiß ich ja Bescheid. Daheim gab’s dann noch Dinner, gefolgt von einem Anruf der
Sparkasse in Deutschland, die nach einer kompletten Woche nun tatsächlich einen
Weg gefunden haben sollte, auf dem ich an Geld komme! (Hat auch wirklich
geklappt, am Freitag hab ich’s dann bekommen :-) ). Danke dir noch mal für die Unterstützung Tina, ich werde mich dann
mal auf die Suche nach einem besonders schönen Kühlschrankmagneten machen!
Der
Freitag begann dann wie üblich verspätet, statt um 8 sind wir erst um halb 9
losgekommen (wieder mit Alex, die mir im Moment erst einmal alles mögliche
zeigt), und waren dann 20 Minuten zu spät bei Chiaras und Astas
Schwimmunterricht. War aber recht unproblematisch und die beiden konnten die
restliche Zeit trotzdem noch mitmachen. Zur Belohnung gab’s danach noch einen
Lolly für jede, dabei hab ich dann meine Tasche mit Geld, Karten, etc. dort
liegen gelassen. Die nette Dame die dort arbeitet, hat’s aber gemerkt, ist uns
hinterhergelaufen und Chiara hat sie aus dem Auto noch gesehen. Na Gottseidank,
dass hätte mir jetzt gerade noch gefehlt! Zuhause gab’s dann Lunch und
Madagaskar auf DVD, und anschließend mit allen drei Kids allein (Alex ist am
frühen Nachmittag wieder gefahren) einen Kurzausflug zum Spielplatz. Das
verlief deutlich unproblematischer, trotzdem Chiara laufen musste, da im Pram
nur zwei Plätze waren und Emilia heute ja auch dabei war. Für mich war es auf
dem Spielplatz dann nicht wirklich entspannt, weil Asta mit ihren gerade mal
zwei Jahren auf alles klettert, was sie findet, und zwar bis ganz nach oben.
Angst kennt sie dabei überhaupt nicht, nur bin ich mir nicht immer ganz sicher,
ob sie das schon richtig einschätzen kann und sich auch immer genug festhält.
Also bin ich ihr die meiste Zeit hinterhergeturnt, denn ein aus 3 m Höhe vom
Klettergerüst gefallenes Kind gleich in der ersten Woche muss ich jetzt nicht
unbedingt haben. :-) Auf dem Heimweg sind Asta und Emilia innerhalb von
Sekunden eingeschlafen, woraufhin der Pram auf dem Gehweg vor dem Haus geparkt
wurde, da ich die beiden nicht wecken wollte, und das Ding allein aber nie die
Stufen bis zur Haustür hoch bekommen hätte. Chiara und ich hatten dann ein
kleines Picknick vorm Haus, danach ging’s weiter mit Ball spielen und Puzzlen.
Um 18 Uhr („wir sind zwischen 16.30-17 Uhr wieder da!“) waren dann die Eltern
zurück und für mich konnte das Wochenende beginnen! Ich hab mich abends mit
Nathalie, einer Französin, die hier Work & Travel macht, zum Dinner in der
Stadt getroffen. War jetzt nicht soo besonders aufregend, aber ist immer schön
mal rauszukommen. Ich muss jetzt dringend sehen, dass ich noch ein paar mehr
Leute kennenlerne, mit denen ich dann auch am Wochenende mal mehr unternehmen
kann.
Heute, Samstag, hab ich erstmal ausgeschlafen,
gefrühstückt, Blog geschrieben, und gleich
werd
ich in die Stadt fahren, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und mich später
noch mit einem holländischen Au Pair treffen. Morgen geht’s dann mit einer
anderen Deutschen zum Manly Beach, wo gerade ein Surf Contest stattfindet. Das
Wetter wird dann hoffentlich noch etwas besser, denn heute nieselt es den
ganzen Tag… Aber immerhin bei über 20°C, also ist das noch zu verkraften! :-)
Schönes
Wochenende euch allen!
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